Braunschweiger Jakobsweg

Pilger starten auf Jakobsweg in Veltheim mit dem Fahrrad

| Lesedauer: 3 Minuten
Radpilgern: Die Teilnehmer blicken von Elmwarte ins weite Land.

Radpilgern: Die Teilnehmer blicken von Elmwarte ins weite Land.

Foto: Privat

Veltheim.  Pilgern mit dem Fahrrad: Geht das? Ein Dutzend Radler haben den Praxistest gemacht – auf dem Braunschweiger Jakobsweg. Start und Ziel in Veltheim.

Pilgern mit einem Drahtesel, geht das zusammen? Ein Dutzend Leute machten den Praxistest auf dem Braunschweiger Jakobsweg. Die einen kamen laut Mitteilung mit eigenem E-Bike zum Treffpunkt Pilgerherberge Veltheim. Die anderen nutzten das Angebot des Fahrradverleih-System Landradl Elmo und mieteten sich ein Pedelec an der Verleihstation Wiesenweg 2 in Veltheim. Nach kurzer spiritueller Einstimmung in der Kirche St. Remigius ging es zur Bock-Windmühle in Abbenrode, heißt es.

Auf Feldwegen nach Bornum konnte die Weite des historischen Hellwegs genossen werden – ein Handelsweg aus uralter Zeit zwischen Ost- und West-Europa. Später sei er auch zum Pilgerweg nach Santiago de Compostela in Spanien, dem Jakobsweg, geworden.

Lauingen – Königslutter – Lutterspring

Weiter geht es: Die Spitzen des Kaiserdoms Königslutter kommen in Sicht. Über Lauingen und vorbei an einer Kastanienallee erreichen die Pilger am Marktplatz die Stadtkirche Königslutter. „Wir sind hier nachweislich auf dem historischen Jakobsweg“, heißt es. 1835 sei beim Bau des Ratskellers westlich der Kirche ein Pilgergrab mit Pilgermuscheln gefunden worden.

Lutteraufwärts geht es ins Quellgebiet, nach Lutterspring. Ein besonderer Dienst: sich gegenseitig die Füße waschen. „Und das tun wir auch im Quellwasser der Lutter, das weckt wieder alle Lebensgeister. Das ist auch gut so für die nun folgenden 135 Höhenmeter zum Drachenberg.“

Auch der Elm hat seinen Höhenweg. Der führt zur Elmwarte am Westrand des Elms, hoch über Lucklum, mit einem Weitblick in die „Toskana des Nordens“.

Hinab zum alten Dorf Erkerode im Reitlingstal

Mit vorsichtiger Fahrt geht es hinab zum alten Dorf Erkerode am Tor zum Reitlingstal. Das Wasser der springenden Wabe und der Kalkstein des Elms prägten noch heute das historische Ortsbild am Kirchanger in der Dorfmitte. Neben der romanischen Dorfkirche der Wildkeller der Kommende des Deutschritterordens, an der Wabe die Wassermühle aus dem 12. Jahrhundert. Das Dorfbild, so heißt es weiter, wird auch heute noch von mittelalterlichen Höfen bestimmt.

Über den Pastorenweg und entlang der Wabe gelangen die Pilger zur ehemaligen Deutschritterkommende in Lucklum. Den weiten Gutshof quert die Wabe, die Kommendekirche ist eingebunden in breite Kommendegebäude. Im 18. Jahrhundert sei die Kirche in der Kunstform der Emblematik ausgestattet worden: „eine Bildzeitung des 18. Jahrhunderts für humanistisch gebildete Personen“.

Suppe und Getränk bilden den Abschluss

Ein Bild verweise auf einen höheren Sachverhalt. Dieser werde durch ein Motto über dem Bild und eine Erklärung unter dem Bild dargestellt. „Da wir Gott nicht erforschen können, können wir uns ihm nur tastend nähern, für die Logik bleibt ein sinnverhüllender Rätselcharakter“, wird Pilgerbegleiter Josef Pongratz zitiert. Nun noch der letzte Hügel hoch nach Veltheim. In der Pilgerherberge habe schon eine kräftige Pilgersuppe und ein kühles Frisches auf die Pilger gewartet.

Braunschweiger Jakobsweg: www.braunschweiger-jakobsweg.de

Pilger-Herberge Veltheim: www.boxenstop-veltheim.de

Landradl Elm mobil: www.elm-mobil.de

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