Corona in Wolfsburg: Die Fakten auf einen Blick

Wolfsburg.  Welche Läden dürfen öffnen? Was gilt für Besuche in Kliniken und Altenheim? In Wolfsburg gibt es insgesamt 224 Coronafälle, darunter 32 Todesfälle.

Dr. Bernadett Erdmann und Gudrun Glaser stehen vor dem Empfangszelt an der Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg – dieses wurde inzwischen durch einen Container ersetzt. Dort müssen sich Patienten mit Grippe-Symptomen vorstellen.

Dr. Bernadett Erdmann und Gudrun Glaser stehen vor dem Empfangszelt an der Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg – dieses wurde inzwischen durch einen Container ersetzt. Dort müssen sich Patienten mit Grippe-Symptomen vorstellen.

Foto: Thorsten Eckert / Klinikum Wolfsburg/Archiv

224 bestätigte Corona-Infizierte gibt es in Wolfsburg nach Angaben der Stadt – Stand Dienstagnachmittag (7. April). Außerdem gibt es – Stand Dienstag (7. April) – 32 Tote. 31 Bewohner im Hanns-Lilje-Heim sind an dem Virus verstorben. Im Wohn- und Pflegeheim Goethestraße der Awo in Wolfsburg ist post mortem ein 86-jähriger Bewohner positiv auf Corona getestet worden.

Neun infizierte Personen werden aktuell im Klinikum Wolfsburg behandelt, vier davon auf der Intensivstation.

Nachdem alle 250 Patienten und über 200 Beschäftigte des Klinikums Wolfsburg auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wurden, liegen seit dem 1. April sämtliche Ergebnisse vor. Insgesamt sind 44 Mitarbeiter und zwei Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Stadt am Mittwochnachmittag mit. Die positiv Getesteten wurden in Quarantäne geschickt – ob es sich dabei um Pflegekräfte oder auch Ärzte handelt, dazu gibt die Stadt aus Datenschutzgründen keine Auskunft. Da nicht alle positiv Getesteten in Wolfsburg wohnen, zählen sie auch nicht alle zu den „Wolfsburger Corona-Fällen“.

Einer der bestätigten Fälle ist eine Lehrkraft der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule. Die Person hatte am 12. und 13. März Kontakt zu Lehrern und Schülern. Wegen der Inkubationszeit bis Freitag, 27. März, könne es zu weiteren Fällen einer Infektion mit dem Coronavirus kommen. Aktuell würden die Kontaktpersonen vom Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit der Schulleitung informiert und erhielten Anweisungen. Aus Gründen des Datenschutzes werden keine weiteren Angaben gemacht.

Corona: Welche Geschäfte schließen, welche bleiben geöffnet?

Seit Dienstagmorgen (17. März) gilt der Erlass des Landes Niedersachsen, wonach wegen des Coronavirus viele Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Darunter fallen beispielsweise Modegeschäfte, Elektronikmärkte und Möbelhäuser. Die Maßnahmen sind zunächst befristet bis zum 18. April.

Weiterhin öffnen dürfen Geschäfte des täglichen Bedarfs: Lebensmittel-Einzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf (Kioske) und Tierbedarfsmärkte. Für diese Bereiche sollen sogar Sonntags-Verkaufsverbote bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Blumenläden, Baumärkte und Gartenmärkte dürfen seit dem 4. April wieder öffnen.

Restaurants und Speisegaststätten sind geschlossen und dürfen nur noch liefern oder „Außer-Haus“ verkaufen.

Dienstleister und Handwerker sollen ihrer Tätigkeit trotz der Corona-Krise weiterhin nachgehen können.

Corona- Niedersachsen schließt ab Dienstagmorgen viele Geschäfte

Laut dem Erlass des Landes sind außerdem alle öffentlichen Veranstaltungen und privaten Versammlungen untersagt. Sämtliche Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen geschlossen werden, also jetzt auch Fitnessstudios, Diskotheken, Bordelle, Bars, Kneipen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliches. Spielplätze sollen gesperrt werden. Verboten werden auch Busreisen sowie Zusammenkünfte etwa in Vereinen.

Wichtig: Reha-Zentren und Physiotherapie-Praxen sollen weiterhin öffnen dürfen, heißt es.

Übernachtungsangebote in Hotels sollen nur noch zu notwendigen, nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können.

Keine Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen

Im Klinikum Wolfsburg galt seit dem 29. März: Wegen des Coronavirus waren keine Besuche mehr erlaubt (auch nicht die bisherigen Ausnahmen). Es wurden keine neuen Patienten aufgenommen. Die Maßnahmen sind am 31. März zurück genommen worden. Man befinde sich aber weiterhin in einer schwierigen Situation, sagte Matthias Menzel, ärztlicher Direktor des Klinikums. „Wie alle anderen Krankenhäuser in der Bundesrepublik müssen auch wir alle Behandlungen, die planbar und verschiebbar sind, einstellen“, sagte er. Das heißt, dass zum Beispiel Operationen nur in dringlichen oder Notfallsituationen durchgeführt werden. Jeder Patient werde auf Dringlichkeit überprüft. Grundsätzlich könnten aber alle Krankheitsbilder behandelt werden; alle Fachbereiche böten eine ambulante Betreuung an; die zentrale Notaufnahme habe die komplette Versorgung wieder aufgenommen; die Notdienste stünden vollumfänglich bereit. Die Funktionsfähigkeit des Klinikums sei damit „unter Corona-Umständen“ wieder hergestellt, erläuterte Menzel.

Die landesweite Regelung sieht wegen des Coronavirus ein Besuchsverbot in allen Krankenhäusern und Altenheimen. Allerdings sind Väter von Neugeborenen, Angehörige auf Palliativstationen sowie Eltern von kleinen Patienten davon ausgenommen.

Das Besuchsverbot wird ebenfalls für Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen gelten, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt. Also beispielsweise für Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken sowie stationäre Betreuungseinrichtungen.

Ein Ergänzungskrankenhaus wird im Wolfsburger Hotel Global Inn eingerichtet. Dafür sucht die Stadt Freiwillige, die medizinisches beziehungsweise pflegerische Vorkenntnisse haben. Freiwillige können sich montags bis freitags in der Zeit von 8.30 Uhr bis 15 Uhr unter 05361 803006 im Klinikum Wolfsburg melden.

Notbetreuung in Kitas und Schulen

Landesweit sind Kitas und Schulen geschlossenvorerst bis Samstag, 18. April. Die Kinder sollen also am 20. April wieder in die Einrichtungen dürfen. Es gibt eine Notbetreuung für Eltern, die in entscheidenden Berufsfeldern zur Coronavirus-Bekämpfung arbeiten:

Beschäftigte im Gesundheitsbereich, medizinischen Bereich und pflegerischen Bereich; Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, inklusive der Kommunalverwaltung; Beschäftigte in den Bereichen Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr; Beschäftigte im Vollzugsbereich einschließlich Justizvollzug, Maßregelvollzug und vergleichbare Bereiche.

Beschäftigte im Bereich der Daseinsvorsorge mit Sicherstellungsauftrag wie zum Beispiel für die Wasser-, Strom-, Fernwärme-, Mineralöl- und Gasversorgung; Beschäftigte in den Bereichen Entsorgung, Lebensmittelversorgung (Lebensmittelproduktion und -verarbeitung sowie Lebensmittelhandel), Informationstechnik und Telekommunikation, öffentlicher Nahverkehr, Kinderbetreuung sowie Bargeldversorgung.

Eltern, die in diesen Bereichen tätig sind, können ihr Kind zu den vereinbarten Betreuungszeiten in ihre Kita oder Kindertagespflegestelle bringen. Details zu Zeiten und Umfang der Betreuung sind vor Ort zu klären.

Corona- Was Wolfsburger Eltern jetzt wissen müssen

Für Schulkinder bis zur Jahrgangsstufe 8 werden die Schulen jeweils von 8 bis 13 Uhr eine Notbetreuung sicherstellen. Im Grundschulbereich setzen die Schulkindbetreuungseinrichtungen die Betreuung zu den vereinbarten Zeiten fort. Wichtig: Die Eltern werden gebeten, einen Tätigkeitsnachweis in der Betreuungseinrichtung vorzulegen. Gegebenenfalls könne der Nachweis in Einzelfällen nachgereicht werden.

Auch in besonderen Härtefällen werde eine Notbetreuung ermöglicht, etwa bei drohender Kündigung oder erheblichem Verdienstausfall.

Betroffene Eltern werden gebeten, sich mit ihrer Betreuungseinrichtung in Verbindung zu setzen. Bei Anfragen im Kindertagesstättenbereich wählen Betroffene die (05361) 282836, geht es um Fragen im Schulbereich, ist diese Nummer richtig: (05361) 281077. Oder per E-Mail unter schullandschaft@stadt.wolfsburg.de.

Die wichtigsten Telefonnummern

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) und Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet war (Italien, Iran, chinesische Provinz Hubei, südkoreanische Provinz Gyeongsangbuk-do, die Region Grand Est in Frankreich oder besonders betroffene Gebiete in Deutschland wie der Landkreis Heinsberg) sollte seinen Hausarzt anrufen. Nicht in die Notaufnahmen der Kliniken gehen.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Bereitschaftsdienstpraxis Wolfsburg 116117 (Öffnungszeiten: mittwochs und freitags 15 bis 22 Uhr, an den Wochenenden und feiertags 9 bis 22 Uhr). Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst könnte es zurzeit lange Wartezeiten geben. Daher die Bitte: Nur in dringenden Fällen anrufen.

Allgemeine Fragen zum Virus: Bei Fragen zum Coronavirus sollen sich die Bürger ausschließlich an das Bürgertelefon der Stadt Wolfsburg wenden. Erreichbar unter: 05361 28 28 28 von 10 bis 18 Uhr.

Kein Kartenkauf in WVG-Bussen

Bei den Stadtwerken wurden bereits vor zwei Wochen alle Mitarbeiter der Unternehmensgruppe auf notwendige Hygienemaßnahmen hingewiesen. „Die Organisationseinheit, die sich mit dem Coronavirus auseinandersetzt, tagt regelmäßig, um die Lage entsprechend bewerten zu können“, betont Pressesprecherin Petra Buerke. Des Weiteren finde ein regelmäßiger Austausch statt, sowohl mit der Stadt Wolfsburg als auch mit anderen Behörden. „Viele unserer Mitarbeiter können mobil arbeiten, sodass wir den Betrieb unserer Infrastruktur und der diversen Dienstleistungen sicherstellen können, was nach wie vor unser oberstes Ziel ist“, so Buerke weiter. Zudem besteht die Möglichkeit, Anfragen per E-Mail oder Telefon zu stellen.

Die Wolfsburger Verkehrs-GmbH (WVG) verkauft auf Empfehlung des Verkehrsverbundes Region Braunschweig (VRB) seit Montag (16. März) keine Fahrkarten mehr in den Bussen. Die Fahrgäste werden gebeten, die Fahrkarten in den Vorverkaufsstellen zu erwerben. Der Einstieg ist nur an der hinteren Tür möglich. Seit Montag, 16. März, wird aufgrund der Schulschließungen nach dem Ferienfahrplan gefahren, erklärt Buerke.

Einrichtungen geschlossen, Veranstaltungen abgesagt

Aufgrund der Corona-Krise müssen etliche Veranstalter, Institutionen, Parteien und Vereine ihre Angebote stoppen und Termine absagen.

Vereine und Bäder

Auf der Seite des Badelandes heißt es: „Leider bleibt das Badeland ab dem 14. März bis vorerst einschließlich 19. April geschlossen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen muss der Eindämmung des Coronavirus absoluten Vorrang eingeräumt werden. Deshalb sehen wir uns zu dieser Maßnahme veranlasst. Sämtliche Sportvereine der Stadt pausieren ebenfalls.

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Informationen für Unternehmen

Infos zu wirtschaftlichen Auswirkungen und finanziellen Fördermöglichkeiten für betroffene Unternehmen in der Corona-Krise gibt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter (030) 18615-1515 und beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium unter (0511) 120-7872. Weitere Hinweise bietet unter anderem die IHK Braunschweig auf ihrer Internetseite. Alle Informationen rund um Corona in unserer Region finden Sie hier:

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

Die Arbeit der Polizei

Die Polizeiinspektion (PI) Wolfsburg-Helmstedt hat einen Plan ausgearbeitet, wie sie reagiert, wenn in den eigenen Reihen Corona-(Verdachts-)Fälle auftauchen könnten. Am Rande der Pressekonferenz zur Kriminalstatistik 2019 für die Stadt Wolfsburg erklärte Polizeichef Olaf Gösmann am 16. März, für den Fall werde er Personal innerhalb der Behörde umschichten. Oberstes Ziel sei es, die polizeiliche Präsenz und die Interventionsfähigkeit in Wolfsburg sowie im Kreis Helmstedt sicherzustellen. „Wenn sich die Situation verschärft und die Anzahl der Erkrankungen fortschreitet, hat das Vorrang vor Ermittlungen. Wenn das nicht reichen sollte, werden wir Dienststellen schließen – beginnend bei kleineren Stationen bis hin zu Kommissariaten, damit das Kommissariat in Helmstedt und der Einsatz- und Streifendienst in Wolfsburg aufrecht erhalten bleiben können.“ Die Polizei habe sich bereits neu aufgestellt. Das Vermeiden von Corona-Infektionen habe auf den Polizeiwachen höchste Priorität. Anzeigen sollten daher in nicht akuten Fällen via Internet erstattet werden: https://www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de

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