Wolfsburger Gastronom verteilt kostenlos Essen an Bedürftige

Wolfsburg.  Weil die Tafeln geschlossen haben, verteilt das Team des Medya Kebap kostenlos Essenspakete an Bedürftige. Dafür ist es auf Hinweise angewiesen.

Eine Dönertasche, eine Flasche Wasser, Feuchttücher und Servierten: Der 26-jährige Baver Yafar, Inhaber des Medya Kebap in Nordsteimke, verteilt kostenlos Essenspakete an Bedürftige in Wolfsburg.

Eine Dönertasche, eine Flasche Wasser, Feuchttücher und Servierten: Der 26-jährige Baver Yafar, Inhaber des Medya Kebap in Nordsteimke, verteilt kostenlos Essenspakete an Bedürftige in Wolfsburg.

Foto: Tim-Oliver Engelmann

Während viele Gastronomen um ihre Existenz fürchten, denkt der 26-jährige Baver Yafar mit seinem Restaurant Medya Kebap an die Menschen, die aktuell vergessen werden. Er verteilt mit seinem Team an Obdachlose und Bedürftige kostenlose Essenspakete. „Viele Tafeln und soziale Einrichtungen sind aktuell geschlossen“, beobachtet Yafar. „Man sieht, dass die Hilfe fehlt. Wir machen den Anfang und hoffen, dass andere mitziehen“, sagt der 26-jährige Gastronom aus Nordsteimke.

Wer braucht die Spenden? Wolfsburger sollen Hinweise senden

Da er auch einen Lieferservice betreibt, darf er aktuell noch geöffnet haben. Zehn Essenspakete stellt er mit seinen Mitarbeitern aktuell pro Tag zusammen, bestehend aus einem Döner, einer Flasche Wasser, Feuchttücher und Servierten. „Wir haben Feuchttücher beigelegt, weil viele Obdachlose sich nicht die Hände waschen können“, erklärt Yafar.

Auf ihren Social-Media-Kanälen haben sie die Wolfsburger aufgerufen, ihnen Tipps zu senden, wo Menschen Hilfe benötigen. „Bitte schreibt uns, wo ihr obdachlose Personen gesehen habt oder vielleicht jemand kennt, der Hilfe braucht. Es gibt noch keinen Impfstoff, aber unser Impfstoff sollte Menschlichkeit sein“, schreibt das Lieferrestaurant auf seiner Facebook-Seite.

Yafar: „Die Obdachlosen reagieren sehr erfreut“

Die Reaktionen seien anfangs zahlreich gewesen, sänken aber aktuell ab. „Am ersten Tag haben wir viele Hinweise bekommen, heute dagegen noch keinen“, berichtet Yafar am Donnerstag. Doch mittlerweile würden er und sein Team schon ein paar Stellen kennen, an denen häufig Obdachlose anzutreffen wären. „Die Obdachlosen reagieren sehr erfreut auf unser Angebot“, erzählt der 26-jährige Gastronom. Auch im Internet kam die Aktion sehr gut an. Mehr als 400 Mal wurde der Aufruf allein auf Facebook geteilt, dazu kommen viele positive Kommentare der Nutzer. „Eine sehr gute Aktion von euch. Mehr Menschlichkeit, Fürsorge und Zusammenhalt, statt Egoismus, Habgier und Hysterie in dieser schwierigen Zeit. Top“, schreibt etwa ein Nutzer. Andere schreiben: „Danke, danke, danke.“

Mundschutz, Handschuhe und Abstand halten

Um sich und die Bedürftigen zu schützen, halten Yafar und sein Team genügend Abstand, tragen Mundschutz und Handschuhe. Er betont, dass auch die Wolfsburger sie bei ihrer Arbeit unterstützen könnten, in dem sie seinem Team weitere Hinweise geben. „Es kostet nicht viel Zeit, die Hinweise abzuarbeiten, aber das Suchen nach Bedürftigen dauert pro Tag schon ein bis zwei Stunden“, erzählt Yafar, der sein Engagement zusätzlich zum täglichen Lieferbetrieb stemmt.

Hinweise per Telefon oder Instagram geben

Hinweise nimmt das Restaurant über seine Facebook-Seiten, seinen Instagram-Kanal oder auch telefonisch unter (05363) 8105398 entgegen. Der 26-jährige Inhaber des „Medya Kebap“ versichert, dass er sein Engagement gerne noch steigern würden. „Wir können pro Tag bis zu dreißig Pakete stemmen und im Notfall machen wir auch noch mehr“, sagt Yafar.

Er betont, dass nicht nur Obdachlose sich melden dürften. „Auch Menschen mit geringem Einkommen, die Hunger haben, dürften sich an uns wenden. Wir hoffen, dass dies niemand ausnutzt“, sagt Baver Yafar.

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