Saubere Hände: Gold-Siegel für Klinikum Wolfsburg

Wolfsburg.  Das Klinikum hat fast 14.000 Liter Desinfektionsmittel im Jahr 2019 verbraucht. Hände verbreiten viele Keime.

Die „Aktion Saubere Hände“ zeichnete das Klinikum Wolfsburg mit dem Gold-Siegel aus. Darüber freuen sich (von links): Klinikumsdirektor Wilken Köster, Klinikumsdezernentin Monika Müller, der Medizinische Direktor Rolf Syben und Krankenhaushygienikerin  Birgit Feier.

Die „Aktion Saubere Hände“ zeichnete das Klinikum Wolfsburg mit dem Gold-Siegel aus. Darüber freuen sich (von links): Klinikumsdirektor Wilken Köster, Klinikumsdezernentin Monika Müller, der Medizinische Direktor Rolf Syben und Krankenhaushygienikerin  Birgit Feier.

Foto: Helge Landmann / regios24

Auf die gründliche und richtige Hygiene der Hände wird im Wolfsburger Klinikum sehr großen Wert gelegt. Die „Aktion Saubere Hände“ zeichnete das Klinikum jetzt erstmals mit dem Gold-Zertifikat für die Jahre 2020 und 2021 aus.

200 Keime auf der Handfläche

„Die Händedesinfektion ist das A und O, um Infektionen zu vermeiden“, unterstreicht der Medizinische Direktor des Klinikums, Dr. Rolf Syben. Der Mensch trage auf seinen Handflächen bis zu 200 verschiedene Keimarten. Ein einfaches Händeschütteln reiche aus, um ganz leicht Erreger zu übertragen. Sie können Auslöser für Husten und Schnupfen, aber auch für gefährliche Infektionen sein. „Vor allem erkrankte oder gerade operierte Patienten sind während ihres Klinikaufenthalts gefährdet und besonders anfällig für eine schwere Infektion“, erläutert Krankenhaushygienikerin Dr. Feier.

27.765 Flaschen für die Handdesinfektion wurden laut Feier 2019 am Klinikum verbraucht. Das entspricht 13.883 Litern. In 2015 waren es „nur“ 11.482 Liter gewesen. Das Klinikum nimmt seit zwölf Jahren an der „Aktion Saubere Hände“ teil und war zuvor mit dem Bronzesiegel ausgezeichnet worden. „Wir freuen uns sehr über das Siegel“, sagt Klinikumsdezernentin Monika Müller. „Es vergoldet die kontinuierliche Arbeit im Klinikum, die in diesem Bereich vom Hygieneteam und von allen Mitarbeitenden des Hauses geleistet wird – und dass eben nicht erst seit der Corona-Pandemie.“

Klinikum stellt Desinfektionsmittel selbst her

Durch die Corona-Krise habe es am Klinikum keine Engpässe an Desinfektionsmitteln gegeben, betont Dr. Feier. Zwar habe es auf dem Markt eine Zeit lang nichts zu kaufen gegeben. „Aber wir haben Desinfektionsmittel selbst hergestellt und abgefüllt.“ Derzeit seien leere Desinfektionsbehälter und die dazu gehörigen Einwegpumpen nicht lieferbar. „Deshalb bereiten wir die Behälter im Klinikum in einem speziellen Reinigungsgerät neu auf“, sagt Dr. Feier. Vor Corona habe es an jedem Patientenbett einen Spender gegeben. „Mit dem Coronavirus hatten wir plötzlich einen Riesenschwund an Desinfektionsmitteln, Seifen und auch Toilettenpapier“, berichtet Dr. Feier, die sich seit 25 Jahren am Klinikum mit dem Thema Hygiene beschäftigt.

Schulungen und Aktionstage

Mit ihrem Team schult Dr. Feier das Personal und organisiert Aktionstage rund um die Händedesinfektion. „Bei neuen Mitarbeitern ist die Händehygiene gleich am Einführungstag ein Thema“, betont Dr. Feier. Besonderes Augenmerk liege auf der Dokumentation, wie viel Desinfektionsmittel im Klinikalltag verbraucht wird. „Wir haben das Personal auf unseren Stationen an verschiedenen Tagen und über mehrere Stunden begleitet und geschaut, ob auch bei aller Alltagsroutine die Regeln der Händehygiene eingehalten werden“, so Feier. Dr. Syben ergänzt: „Unsere Beschäftigten befolgen die Händehygiene sorgfältig vor und nach jedem Patientenkontakt und erhöhen damit deutlich die Sicherheit unserer Patienten.“

Doch nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Besucher und Patienten sind aufgefordert, sich die Hände beim Betreten und Verlassen des Klinikums sowie während des Aufenthalts gründlich zu desinfizieren. „Zum Glück ist das bei vielen Menschen schon im Alltag angekommen“, meint Klinikumsdezernentin Müller. Klinikumsdirektor Wilken Köster will die Menschen weiter sensibilisieren, sich an den Klinikumseingängen die Hände zu desinfizieren.

Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine nationale Kampagne, die das Ziel verfolgt, die Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen als grundlegende Maßnahme zur Vermeidung von Übertragung von Erregern und Infektionen weiter zu verbessern. Die Kampagne wurde 2008 gestartet.

Das Gold-Siegel erhalten Kliniken, die 75 Prozent mehr Desinfektionsmittel verbrauchen, als die teilnehmenden Häuser. Die Verbräuche werden auf die Patientenzahlen hochgerechnet.

Die höchste Auszeichnung in Gold erhielten neben dem Wolfsburger Klinikum noch Kliniken in Bad Pyrmont, Bad Rothenfelde, Lüneburg, Oldenburg und Stadt.

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