Wolfsburger Drifter-Unfall – weitere Ermittlungen gegen Fahrer

Wolfsburg.  Der 18-jährige Fahrer aus dem Kreis Gifhorn muss sich nun auch wegen eines illegalen Kraftfahrzeugrennens verantworten.

Auf dem Oberdeck auf dem Parkhaus VW Wache Ost sind deutlich die Spuren von Reifenabrieb zu sehen. Dort oben in 15 Metern Höhe durchbrach ein junger Fahrer mit seinem Golf die Absturzsicherung.

Auf dem Oberdeck auf dem Parkhaus VW Wache Ost sind deutlich die Spuren von Reifenabrieb zu sehen. Dort oben in 15 Metern Höhe durchbrach ein junger Fahrer mit seinem Golf die Absturzsicherung.

Foto: Helge Landmann / regios24

Der spektakuläre Drifter-Unfall am Sonntagmorgen in Wolfsburg war Medien in ganz Deutschland eine Schlagzeile wert. Ein 18-Jähriger aus dem Kreis Gifhorn hatte sich bei einer Vollgas-Kreisfahrt mit seinem Golf – mit fünf (!) weiteren Personen darin – auf dem Oberdeck des Parkhauses VW Wache Ost verschätzt. Das Auto durchbrach die Absperrung, die Front ragte über dem Abgrund, das rechte Hinterrad hing in der Luft. „Wir haben gegen den Fahrer Verfahren eingeleitet wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und außerdem wegen illegalen Kraftfahrzeugrennen“, so Sprecher Sven-Marco Claus.

Eindrucksvolle Reifenabrieb-Kreise auf dem Parkdeck

In einem Automagazin schrieb ein Autor über das Driften: Es ist eine „Gratwanderung zwischen Bodenhaftung und Kontrollverlust. Dafür benötigt man echte Fahrzeugbeherrschung. Da geht probieren über studieren.“ Davon zeugten noch Montag zahlreiche Reifenabrieb-Kreise auf dem Oberdeck des Parkhauses, das mittlerweile vom VW-Werkschutz abgesperrt wurde. Auf dem Boden zeichnete die Polizei mit gelber Sprühfarbe den Weg des Unfallwagens in die durchbrochene Brüstung nach. Die wurde mit Absperrbarken notdürftig gesichert.

Zahlreiche Leser diskutierten den Unfall auf der WN-Facebook-Seite. Manche sagten, es sei allgemein bekannt, das dort oben immer wieder Auto-Enthusiasten ihre PS-Spielchen treiben. Nicht in Erfahrung bringen konnte unsere Redaktion bis gestern, wer eigentlich für das Parkhaus zuständig ist. Sowohl VW als auch Stadtverwaltung verwiesen gegenseitig auf sich. Wenigstens die Polizei will nun genauer hinschauen. Erst Anfang Juni hatte sie ein nächtliches Tuner-Treffen zwischen VW-Arena und Südufer des Allersees aufgelöst.

Zwei Ohrenzeugen kamen zur Hilfe

Dem Sextett kamen Sonntag um 5.30 Uhr zwei 24-Jährige zur Hilfe. Sie saßen bei der VW-Arena im Auto und schreckten vom Geräusch des Einschlags auf. Sie setzten sich ins Auto und fuhren ins Parkhaus hoch. Oben angekommen halfen sie dem 18-Jährigen Fahrer, den vier 17-jährigen Beifahrern sowie der 14-jährigen Beifahrerin aus dem Auto zu krabbeln. Und sie alarmierten die Polizei. Der schrecklichste Verkehrsunfall in der Stadtgeschichte war 2009 der Horror-Unfall in der Röntgenstraße, als bei einer Vollgasfahrt im 170-PS-Golf vier junge Männer starben und der fünfte lebensgefährlich verletzt wurde. Beinahe hätte es Sonntag einen weiteren Crash der Kategorie Horror-Unfall gegeben.

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