Zahl der Verkehrsunfälle durch Ablenkung nimmt in Wolfsburg zu

Wolfsburg.  Die Kampagne „Tippen tötet“ der Landesverkehrswacht besucht Wolfsburg. Knapp 530 Verkehrsteilnehmer erwischte die Polizei 2019 mit Handy am Steuer.

Markus Glomp (Polizei, von links), Ina Mann (VW), Günter Lach (Stadt) und Klaus Seiffert (Verkehrswacht) stehen auf der Kreuzung Heinrich-Nordhoff-Straße/Lessingstraße.

Markus Glomp (Polizei, von links), Ina Mann (VW), Günter Lach (Stadt) und Klaus Seiffert (Verkehrswacht) stehen auf der Kreuzung Heinrich-Nordhoff-Straße/Lessingstraße.

Foto: Helge Landmann / regios24

Mit der Kampagne „Tippen tötet“ will die Landesverkehrswacht auf die Gefahren der Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr aufmerksam machen. Wolfsburg bildete den Abschluss der Tour durch sieben Städte.

„Die Kampagne gibt es seit 2014“, sagte Roman Mölling, Sprecher der Landesverkehrswacht. Zunächst habe sie nur Autofahrer auf Autobahnen angesprochen, nun sei sie aufgefrischt worden. So zeigen Piktogramme beispielsweise, dass nicht nur die Handynutzung während der Autofahrt gefährlich ist, sondern ebenfalls beim Radfahren und als Fußgänger.

Viele Verkehrsteilnehmer nutzen ihr Handy, einer schaute einen Film

„Die Hälfte aller Autofahrer hat bei einer Umfrage zugegeben, das Smartphone während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung zu benutzen“, sagte Mölling. „Jeder sechste Fahrer verfasste während der Fahrt Mitteilungen.“ Bei den unter 25-Jährigen sei es sogar jeder vierte Fahrer gewesen.

„Die Ablenkung im Straßenverkehr ist für die Polizei ein wichtiges Thema“, sagte Andreas Wagner, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei Wolfsburg. „Es gibt eine zunehmende Anzahl von Verkehrsunfällen, wo Ablenkung eine Rolle spielt“, fügte er hinzu. Im vergangenen Jahr habe es in Wolfsburg vier Verkehrsunfälle mit drei Leichtverletzten gegeben, wo Ablenkung eine Rolle gespielt habe. Bei neun Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten blieb die Unfallursache ungeklärt. Bei einem Einsatz, berichtete Wagner, habe er einen Fahrer eines Kleinlastwagens angetroffen, der während der Fahrt einen Spielfilm geschaut habe.

Fortschreitende Digitalisierung im Auto lenkt ab

2019 hätten 529 Verkehrsteilnehmer während der Fahrt unerlaubt ein Mobiltelefon benutzt, nannte er weitere Zahlen. In diesem Jahr seien bis zum 31. Juli 291 Verkehrsteilnehmer erwischt worden, 14 davon seien Radfahrer gewesen.

„Tippen tötet“, sei eine Aktion, die plakativ für sämtliche Ablenkungen während der Autofahrt stehe, sagte Markus Glomb, Leiter Einsatz der Polizei Wolfsburg. Zwar sei eine fortschreitende Digitalisierung einerseits schön, andererseits lenke es aber auch ab, wenn bei neuen Autos inzwischen die Lüftung nicht mehr an einem Regler, sondern nur noch über ein Display verstellt werden kann.

Klaus Seiffert von der Wolfsburger Verkehrswacht wies auch auf die Bedeutung der Aktionen an Schulen hin. „Für uns ist es wichtig, auch an die Eltern heranzukommen, denn sie sind die Vorbilder.“

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