Sitzstreik fürs Klima lockte nur wenige

Wolfsburg.  Wo sind sie, die Freitags-Schüler? Dies fragte man sich, als dem Aufruf zum Klima-Streik vor dem Rathaus nur einige Handvoll Erwachsener folgte.

Verschiedene Umweltinitiativen und die Schülerbewegung „Fridays for Future“ hatten am Freitag zur Sitzdemo vor dem Rathaus aufgerufen. Nur wenige kamen.

Verschiedene Umweltinitiativen und die Schülerbewegung „Fridays for Future“ hatten am Freitag zur Sitzdemo vor dem Rathaus aufgerufen. Nur wenige kamen.

Foto: Helge Landmann / regios24

Übersichtlich war die Runde, die sich am Freitag zum Klima-Sitzstreik vor dem Rathaus traf. Bundesweit hatte die Schüler-Bewegung Fridays-for-Future zum ersten Protest unter Corona-Bedingungen aufgerufen. Alexander Sturm, Sprecher der Wolfsburger Freitagsbewegung zeigte sich enttäuscht und suchte nach Gründen. „Vermutlich haben wir zu wenig Werbung gemacht. Und sicherlich erschwert die Corona-Zeit auch Vieles. Und wir müssen sehen, dass wir in Wolfsburg unsere Strukturen wieder ausbauen. Etliche unserer Mitstreiter sind ja jetzt ins Studium abgewandert.“

Corona als Grund fürs Ausbleiben bei der Aktion vor dem Rathaus wollte Marion Stegmüller-Klier nicht gelten lassen. Die 51-Jährige hat drei Kinder und findet auch, dass die Schulen die Demo fürs Klima hätten unterstützen müssen. „Warum sind keine Schulklassen hier? Die Veranstaltung ist draußen, das Problem der Aerosole gibt es nicht. Ohnehin finde ich, dass in den Schulen schon vom Grundschulalter das Thema Klima auf den Stundenplan gehört. Und auch zuvor schon im Kindergarten kann den Kindern die Liebe zur Umwelt eingepflanzt werden“, fordert die 51-Jährige. Sie selbst hatte im sozialen Netz Werbung für die Veranstaltung gemacht, war mit Plakat im Autofenster umhergefahren, hatte viele angesprochen. „Dass so wenig hier sind, ist traurig. Zuhause zu bleiben, wäre für mich keine Alternative gewesen“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin an einer Wolfsburger Grundschule.

Helmut Küffner will auf dem Rathausplatz fürs Thema regenerative Energien werben. „Es kann nicht sein, dass Wolfsburg da so weit hinten liegt. Das muss sich ändern“, fordert der Mann.

Alexander Sturm schlägt vor, dass die Bauordnung in Wolfsburg dahingehend geändert werde, dass es eine Verpflichtung für erneuerbare Energien in Baugebieten gebe. „Ich glaube daran, dass wir bis 2035 klimaneutral sein können. Wenn alle mitziehen.“

Zwei Sunden saßen die Demonstranten fürs Klima vor dem Rathaus. Mit dabei waren unter anderem der BUND, die Bewegung Attac und die „Parents for Future“.

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