Barnbruch fängt Flächenverbrauch von Stadt und Werk mit auf

Wolfsburg.  Immer weiter werden Flächen versiegelt. Für Wohnungsbau, Industrie, Freizeiteinrichtungen. Die Allerparkbebauung wird im Barnbruch ausgeglichen.

Die Förster Holger Orthmann (links) und Andreas Baderschneider erläutern im Barnbruch die Pflanzungen für Stadt und VW.

Die Förster Holger Orthmann (links) und Andreas Baderschneider erläutern im Barnbruch die Pflanzungen für Stadt und VW.

Foto: Helge Landmann / regios24

Wer der Natur an der einen Stelle etwas nimmt, muss es ihr an anderer Stelle zurückgeben. So einfach könnte man das Prinzip der Ausgleichsmaßnahmen ausdrücken. Allerdings ist Ausgleich auf vielerlei Wege möglich - vom Lerchenfenster bis zu Neupflanzungen reicht das.

Allerparkbebauung soll im Barnbruch kompensiert werden

Wiedergutmachung für Flächenversiegelungen betreiben Stadt und VW unter anderem im Barnbruch. Die Projekte des Allerparks sollen zum Teil dort ausgeglichen werden. Zudem Baumaßnahmen, die der VW-Konzern umgesetzt hat. Im Barnbruch gibt es dazu einen „Kompensationspool“, den die Niedersächsischen Landesforsten betreiben. Sie sind quasi als Dienstleister für all diejenigen da, die Ausgleich für von ihnen bebaute Flächen schaffen müssen. Und bekommen dafür vom Verursacher Geld.

Ausgleich muss im gleichen Naturraum erfolgen wie die Eingriffe in die Natur zuvor

Die Kompensationsmaßnahmen dürfen eine bestimmte Entfernung zum Projekt nicht überschreiten. Im Bundesnaturschutzgesetz ist verankert, das die Maßnahme im gleichen Naturraum wie die Eingriffe erfolgen muss. Wolfsburg könnte also nicht irgendwo in der Republik Ausgleich für ihren Flächenverbrauch schaffen.

36 Hektar Ersatzmaßnahmen sind für die Erlebniswelt Allperpark notwendig

„Mit der Umsetzung des Bebauungsplans Erlebniswelt Allerpark wurden rund 36 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen notwendig“, schildert Stadtsprecher Ralf Schmidt. „Durch die Zuordnung zum Flächenpool Barnbruch- Stellfelde können wir 18 Hektar umsetzen.“ Dabei werden beispielsweise Kieferwälder zu Eichen- und Erlenwäldern, Entwässerungsgräben verschlossen, Naturwälder begründet. „Dies wird den Wasserhaushalt in diesem Bereich des Barnbruchs erheblich stabilisieren und eine positive auf die Artenvielfalt haben.“

Federführend sind die Niedersächsischen Landesforsten

Neben der Stadt kompensiert VW Maßnahmen aus ihrer Bautätigkeit im Barnbruch. „Das Umweltamt hat die Akteure mit den Niedersächsischen Landesforsten als Bewirtschafterin des Waldes zusammen gebracht, um hier einen ganzheitlichen Flächenpool in die Umsetzung zu bringen“, so der Schmidt.

VW muss nicht anderswo nach Flächen suchen

„Für alle Beteiligten ist diese Kooperation von Vorteil, die Volkswagen AG hat die Möglichkeit ortsnah verschiedene Eingriffe aus ihren Bautätigkeiten in einem zusammenhängenden Komplex zu kompensieren und muss nicht auf die Suche nach einzelnen für die Kompensation ihrer Eingriffe geeigneten Ausgleichsflächen gehen und hat die Möglichkeit die dauerhafte Unterhaltung dieser Maßnahmen gleich mit abzulösen.“ Gleichzeitig habe man mit den Landesforsten einen kompetenten, umsetzungsstarken Partner an der Seite.

Kosten sind unterschiedlich je nach Projekt

Zu den Kosten, die der Auftraggeber im Kompensationspool zahlen muss, erläutert Dennis Glanz von den Landesforsten, dass sie je nach Projekt variieren. „Sie beinhalten unter anderem die Untersuchung des Gebietes, Konzepterstellung, Aufwendungen für Pflanzung, Dauerpflegekosten, Rückbau der Entwässerung.“ Aus betrieblichen Gründen könne kein Euro-Betrag genannt werden.

Im Sonnenkamp soll auf dem Projektgebiet selbst ein großer Teil kompensiert werden

Das Thema Ausgleichsmaßnahmen wird im Zuge der gewaltigen Bauvorhaben Wolfsburgs immer bedeutender. Im geplanten Sonnenkamp will man versuchen, einen großen Teil der Auflagen auf dem Projektgebiet selbst umzusetzen.

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