Wolfsburger Verbraucherschützer haben viel zu tun in diesem Jahr

Wolfsburg.  Im Vergleich zu den Vorjahren leiste man das Dreifache. 2019 berieten die Verbraucherschützer zum Beispiel bei Haustürgeschäften.

Beratungsstellenleiterin Annegret Willenbrink zieht Bilanz.

Beratungsstellenleiterin Annegret Willenbrink zieht Bilanz.

Foto: Helge Landmann / regios24

Mit ein paar Monaten Verspätung zog die Verbraucherzentrale Wolfsburg nun für das Jahr 2019 Bilanz. Corona hatte den Jahresbericht verzögert, wie Annegret Willenbrink, die Leiterin der Beratungsstelle an der Schillerstraße erklärte. Dafür aber gab es auch einen Blick auf das sich allmählich neigende laufende Jahr. Waren es 2019 mit 3205 Beratungskontakten bereits 300 mehr als in 2018, so leiste man im Coronajahr 2020 gefühlt das Dreifache, erklärte sie. Neben den üblichen Verdächtigen unter den Beratungsthemen standen mit Beginn der Corona-Pandemie besonders Fragen rund um das Reisen auf dem Programm.

Ein Blick auf das Beratungsjahr 2019: Die Statistik wirft mit 46,7 Prozent das Verbraucherrecht als Schwerpunkt aus. Und dazu gehören offenbar Dinge, von denen man glaubte, sie hätten sich erledigt. Haustürgeschäfte etwa. „Nach einem Jahr ohne einen Fall nehmen diese jetzt wieder zu“, so Annegret Willenbrink. In erster Linie gehe es da um Widerrufsbelehrungen, ein heikles Thema, wie sich herausstellen sollte. Willenbrink erzählt vom Fall einer Verbraucherin, die an angeblich einen neuen Mobilfunkvertrag unterschrieben haben und damit bestätigt haben soll, alle Unterlagen erhalten zu haben. Am Ende stellte sich demnach heraus: Die Dame hatte nichts unterschrieben, selbst das Autogramm war gefälscht.

Übliche Abzocke etwa bei Online-Partnervermittlungen

In den meisten Beratungsfällen ging es wohl um die übliche Abzocke und zwar in allen Bereichen. Online-Partnervermittlungen etwa würden bei gekündigten Abonnements gern zu hohe Gebühren einbehalten. Auch die klassische Vertragsverlängerung entpuppt sich gern als Vertragsänderung oder gar -ergänzung. Am Ende hätten Kunden oft eine Leistung, die sie nicht haben wollten.

Einen großen Stellenwert hatten gemäß Statistik 2019 die Themen Energie und Bauen, so die Beratungsstellenleiterin. „Die Menschen wollten wissen, wie sie richtig dämmen, welche Energiesystem sinnvoll sind, ob es staatliche Förderungen gibt“, führte Willenbrink aus.

1500 Telefonberatungen für 1,5 Stellen von März bis September

Die aktuelle Pandemie hat auch für die Beratungsstellen alles verändert. Von März bis September haben 1,5 Stellen in der Beratungsstelle Wolfsburg 1500 Telefonberatungen geführt. Vor-Ort-Beratungen gibt es nur mit einem Termin, und manche Leistung biete man online an. Was auf der einen Seite der Stand der Zeit sei, schließe eine große Gruppe von Verbrauchern schlichtweg vom Beratungsangebot aus: „Geflüchtete etwa oder Menschen, die eben nicht online unterwegs sind“, so Willenbrink. Die Sorgen seien vielfältig gewesen. „Menschen haben am Telefon geweint, weil sie einfach nicht mehr ein noch aus wussten“, so die Beraterin. Thematisch sei es oft um Pauschalreisen, Hotels und Unterkünfte, Flüge, Laufzeitverträge von Fitnessstudios sowie Kultur und Unterhaltung gegangen.

Selbst in Sachen Corona-Regeln haben sich Menschen demnach Rat von der Verbraucherzentrale holen wollen. „Da dürfen wir aber nichts zu sagen, da das das öffentliche Recht betrifft“, führte Willenbrink aus.

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