Silvester-Randale in Westhagen: Anklagen gegen 7 junge Männer

Wolfsburg.  Im Schulzentrum wurde gezündelt, Einsatzkräfte wurden attackiert. Die Beseitigung der Schäden kostete 15.700 Euro, teilte die Stadt im Rat.

01.01.2020 – 14:54 Polizei Wolfsburg POL-WOB: Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr massiv mit Feuerwerksraketen und Leuchtmunition beschossen - Polizeikräfte beenden Silvesterfeuerwerk

01.01.2020 – 14:54 Polizei Wolfsburg POL-WOB: Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr massiv mit Feuerwerksraketen und Leuchtmunition beschossen - Polizeikräfte beenden Silvesterfeuerwerk

Foto: Hendrik Rasehorn

Knapp elf Monate nach den schweren Ausschreitungen in der Silvesternacht am Schulzentrum Westhagen nimmt die Staatsanwaltschaft Braunschweig die mutmaßlichen Täter ins Visier.

„Gegen sieben Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren wird Anklage vor dem Jugendschöffengericht Wolfsburg erhoben“, bestätigte Sprecher Christian Wolters auf Nachfrage unserer Zeitung. Den Beschuldigten wird schwerer Landfriedensbruch, Brandstiftung sowie Zerstörung von Bauwerken vorgeworfen. Die Anklagen werden den Beschuldigten in den kommenden Wochen zugestellt.

In den Klassenräumen wurden Böller und Raketen gezündet

In der Silvesternacht wurde vor dem Schulzentrum aus einer feiernden Menge heraus zunächst illegal mit Schreckschusswaffen herumgeballert. Der Platz war noch am nächsten Tag mit Patronenhülsen übersät. In der Nacht verlagerte sich bald das Geschehen zum Schulzentrum. Erst gingen dort die Fensterscheiben zu Bruch, danach wurden in den Klassenräumen Böller und Raketen gezündet.

Viel hätte wohl nicht gefehlt, dass erst das Mobiliar in Flammen gestanden hätte, danach womöglich die Räume und schließlich die Schule. Als wegen des Brandalarms Polizei und Feuerwehr kurz nach Mitternacht anrückten, wurden die Einsatzkräfte mit Böllern, Raketen und Feuerwerksmunition beschossen. Die Polizei musste sich Unterstützung aus Braunschweig und Gifhorn holen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Private Videos bildeten einen wichtigen Ansatz für die Ermittlungsgruppe „Silvester“

Die aufgepeitschte Meute hatte Videos von ihren Taten gemacht, die fleißig über soziale Netzwerke geteilt wurden. Insbesondere die Videos bildeten später einen wichtigen Ansatz für die dreiköpfige Ermittlungsgruppe „Silvester“ der Polizei. 16 Verdächtige wurden zunächst ermittelt. Bei sieben Personen reichte es zur Anklageerhebung.

Thema waren die Vorfälle in der Silvesternacht am Mittwoch in der Ratssitzung. Die AfD wollte in einer Anfrage von der Stadtverwaltung wissen, wie hoch der Schaden an der Schule war, ob die Schäden bereits vollständig beseitigt sind, und ob die Möglichkeit besteht, die Randalierer in Regress zu nehmen. Schuldezernentin Iris Bothe berichtete, dass die Reparaturen mit Ausnahme des Austauschs eines Briefkastens abgeschlossen sind und sich die Rechnungen bis dato auf 15.700 Euro belaufen. Schadensersatz will die Kommune nach Abschluss der Ermittlungen gegen die Verursacher geltend machen.

Stadt und Polizei planen für nächste Silvesternacht keine Präventivmaßnahmen

Eine weitere Frage der AfD richtete sich in die Zukunft: Die Ratsfraktion fragte, ob in der nächsten Silvesternacht Präventivmaßnahmen in Form einer verstärkten Polizeipräsenz oder der Anwesenheit eines Sicherheitsdienstes geplant sind. Nach Angaben der Stadtverwaltung plant das Ordnungsamt nach intensiver Prüfung keine Feuerwerks-Beschränkungen oder andere Maßnahmen. Ihres Erachtens entsprächen sie nicht dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz.

Die Polizei plane, wie in jeder Silvesternacht, eine stärkere Besetzung als an anderen Tagen und könne auf Hinweise im Vorfeld oder konkrete Lagen reagieren, so Bothe. „Sofern keine Hinweise für den Bereich Schulzentrum Westhagen vorliegen, sind auch keine besonderen Maßnahmen dort geplant.“

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