Maskenpflicht in der Wolfsburger City kommt an

Wolfsburg.  Den Kaufhof-Gastronomen nützt die Maßnahme nichts mehr: Sie müssen wie alle anderen Gastwirte wegen des neuen bundesweiten Lockdowns schließen.

Die meisten Passanten in der Fuzo hielten sich schon an die Maskenpflicht.

Die meisten Passanten in der Fuzo hielten sich schon an die Maskenpflicht.

Foto: Helge Landmann / rs24

Die von der Stadt frisch eingeführte Maskenpflicht in der mittleren Porschestraße, vor dem Bahnhof, am ZOB, im Kaufhof und weiteren Bereichen zwingt nun dazu, auch an der frischen Luft Mund und Nase bedeckt zu halten. Eine Umfrage in der Fußgängerzone ergab: Die meisten Menschen finden die Maßnahme gut. Aber: Für die Wirte im Kaufhof und alle anderen Gastronomen kommt das zu spät: Sie müssen ab Montag bundesweit wieder schließen!

Kaufhof-Wirte sind geschockt über erneuten Gastronomie-Lockdown

„Ich bin geschockt, die Gäste sind geschockt. Ich hätte nicht gedacht, dass das nach dem Lockdown im Frühjahr so nochmal kommt“, war der Wirt des Alt Berlin, Ghandi Said Al Hassan, am frühen Abend fassungslos. „Für den Kaufhof kommt die Maskenpflicht leider zu spät. Auch eine Sperrstunde wäre okay gewesen… Aber die Regierung stellt uns Gastronomen als Verbrecher hin.“ Mit den Mitarbeitern will er nun überlegen, ob er wenigstens einen Außer-Haus-Verkauf organisiert. Er fürchtet sogar, dass die Gastronomie bis zum Jahreswechsel nicht mehr öffnen darf.

„Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagte Yassin Ouni, der im Kaufhof Wunderbar und Monkeys sowie am Steimker Berg das Café Heimlich betreibt. „Was mich total ärgert: Jeder Gastronom hat seinen Job gemacht, wir haben alle Hygienekonzepte.“ Er ist überzeugt: „Junge Leute werden sich jetzt wieder mehr privat treffen. Wir Gastronomen haben bisher dafür gesorgt, dass das nicht so war.“ Er will während der Zwangsschließung auf jeden Fall einen Außer-Haus-Verkauf anbieten.

Passanten übten sich im Maskentragen

Derweil übten sich die Passanten in der Fuzo am ersten Tag im Maskentragen. „Ich halte mich an die Regeln. Immer so, wie es eben sein muss“, meinte Michaela Cucchiara aus Rühen zur Maskenpflicht in der City. „Allerdings ist das wohl noch nicht bei allen angekommen“, meinte sie mit Blick auf etliche Zeitgenossen, die noch ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs waren.

„Es muss sein, es nützt ja nichts“, sagte auch Birgit Galuschka aus Lüchow-Dannenberg, die mit ihrem Mann in Wolfsburg war. Zu Besuch aus Freiburg waren Ralf und Siegrid Nitzschke. „Eine Super-Maßnahme. Eine andere Chance haben wir, glaube ich, nicht“, fand der Besucher. Anderswo seien Masken in der City längst gang und gäbe, ergänzte seine Frau.

Einzelhandels-Vorsitzender ist Masken-Fan

Schon seit einiger Zeit mit Maske in der Innenstadt unterwegs ist eine Rabenberg-Bewohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte. „Die Maske ist das A und O. Wenn sich alle daran halten würden, hätten wir jetzt nicht so ein Affentheater“, findet sie.

Grundsätzlich ein Fan der Maskenpflicht ist der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands, Matthias Lange. „Ich halte die Maskenpflicht in der Fußgängerzone für richtig. Es ist eine Stufe, die die nächste Stufe mit noch mehr Einschränkungen gegebenenfalls verhindern kann“, äußerte er sich überzeugt. „Für den Einzelhandel ist die Maske, auch in den Geschäftsstraßen, besser als eine erneute Schließung.“ Der Blick in die Fuzo zeigte ihm am Mittag zwar noch, dass noch nicht alle mit Maske unterwegs seien, „aber das muss sich wohl erst wieder herumsprechen“.

Polizei setzte zunächst auf Aufklärung statt Verwarnungen

Dass die neue Maskenpflicht draußen die Kundenfrequenz weiter drücken könnte, glaubt Lange nicht: „Schon seit der Maskenpflicht im Einzelhandel sind nicht mehr so viele Kunden in den Geschäften. Aber das hat nichts mit der Maske zu tun – das ist die Stimmung in der Pandemie. Da macht die Maskenpflicht draußen jetzt auch keinen Unterschied mehr.“

Mit Extra-Kontrollen und Verwarnungsgeldern der Polizei mussten die Passanten am Mittwoch noch nicht rechnen. „Bei Veränderungen der Regelungen braucht es zwei, drei Tage, bis das in den Köpfen der Menschen angekommen ist“, sagte Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Daher stehe Aufklärung zunächst im Vordergrund. Jedoch werde im Zuge des normalen Dienstes natürlich auf die Einhaltung der Maskenpflicht geachtet.

Stadt sprach am ersten Tag nur mündlichen Verwarnungen aus

Der größte Teil der Bevölkerung habe die Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt begrüßt und umgesetzt, berichtete Christiane Groth von der Stadt-Pressestelle am Abend. „Schriftliche Verwarnungen gab es keine, nur eine sehr geringe Zahl an mündlichen Verwarnungen, die jedoch im Großen und Ganzen positiv wahrgenommen wurden.“ Bis spätestens Anfang nächster Woche sollen noch Hinweisschilder aufgestellt werden.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs stellte am Tag der Einführung der neuen Regelung fest: „Ich war heute sehr erfreut, von der Polizei und dem Ordnungsdienst zu hören, dass die seit heute Vormittag geltende Maskenpflicht in der Porschestraße sehr gut beachtet wurde.“

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