Wolfsburger Rat stimmt für Erhalt des Schullandheims im Harz

Wolfsburg.  In das Haus in St. Andreasberg müssen laut Verwaltung mittelfristig 3,2 Millionen Euro investiert werden.

Das Schullandheim der Stadt Wolfsburg in St. Andreasberg soll nun doch weitergeführt werden.  

Das Schullandheim der Stadt Wolfsburg in St. Andreasberg soll nun doch weitergeführt werden.  

Foto: Karl-Heinz Siebeneicher / GZ Archiv

Rolle rückwärts im Rat: Nachdem im März die Aufgabe der städtischen Trägerschaft für das Schullandheim in St. Andreasberg beschlossen worden war, sprach sich die Mehrheit des Rates in der Sitzung am Mittwoch im Congress-Park nun doch für den Erhalt aus.

Machbarkeitsstudie für 40.000 Euro

Dafür sollen zunächst 40.000 Euro in eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie investiert werden. Eine Zielgruppen- und Marktanalyse soll Aufschluss darüber geben, wie das 60 Jahre alte Haus künftig konzeptionell ausgerichtet werden soll. Denkbar sei zum Beispiel, das Angebot nicht mehr nur für Schulen vorzuhalten, sondern auf Sportvereine, Wandergruppen, Chöre und auch Familien auszuweiten.

650.000 Euro für Brandschutz und Heizung

Im März hatte der Rat die Aufgabe des Schullandheims mehrheitlich beschlossen. Dies vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage und der erforderlichen Investitionen. So müssen laut Verwaltung in den nächsten drei Jahren 500.000 Euro in den Brandschutz und 150.000 Euro in eine neue Heizungsanlage investiert werden. Mittelfristig müssten auch Dach, Fassade und Küche saniert werden. Je nach Konzept und Betrieb rechnet die Verwaltung mit Investitionen von 3,2 Millionen Euro und sieht den Erhalt des Schullandheims deshalb nach wie vor kritisch. Da der derzeitige Pachtvertrag mit dem langjährigen Betreiberehepaar gekündigt wurde, muss auch ein neuer Pächter gefunden werden.

PUG von Anfang an gegen Verkauf

Die PUG hatte sich von Anfang an gegen die Schließung des Hauses im Oberharz ausgesprochen und für ihren Antrag auch mehrheitlich Zustimmung im Schul- und Finanzausschuss erhalten – zuletzt auch von der CDU. In der Ratssitzung stimmte nun auch die SPD-Fraktion für den PUG-Antrag. „Auch wenn wir es nach wie vor für vernünftiger halten, dass Schullandheim zu verkaufen“, sagte Christa Westphal-Schmidt. Die Machbarkeitsstudie werde zeigen, so die Argumentation der SPD, dass das Schullandheim kein städtisches Tafelsilber sei. Zustimmung gab es auch von der AfD und Teilen der FDP. Gegen den Erhalt stimmten die Linken und die Grünen. „Wir würden von dem Geld lieber die Digitalisierung in den Schulen voranbringen, Rad- und Fußwege verbessern oder zwei Gerätehäuser für die Feuerwehren anschaffen“, sagte Olaf Braun (Grüne).

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