Hospizarbeit

Zweites Wolfsburger Hospiz nimmt in Heiligendorf Gestalt an

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Quasi als Entree zum Heiligendorfer Neubaugebiet „Krummer Morgen“ entsteht an der Barnstorfer Straße das ländlich gelegene Hospizhaus.

Quasi als Entree zum Heiligendorfer Neubaugebiet „Krummer Morgen“ entsteht an der Barnstorfer Straße das ländlich gelegene Hospizhaus.

Foto: Darius Simka / regios24

Wolfsburg.  Die ersten Gäste sollen in Heiligendorf im August 2023 einziehen. Schon jetzt werden Mitarbeiter gesucht. Was im neuen Hospizhaus anders wird.

Schon von weitem ist das zweigeschossige Gebäude zu erkennen, das quasi als Entree zum Neubaugebiet „Krummer Morgen“ entsteht. Direkt an der Barnstorfer Straße nimmt das zweite Wolfsburger Hospizhaus in Heiligendorf Gestalt an. Anlässlich des bevorstehenden Richtfests am 14. Oktober hatte der Hospizverein zum Baustellenrundgang eingeladen. Und da gab’s gute Nachrichten.

Denn obwohl der Baubeginn wegen Verzögerungen beim Baugebiet insgesamt anders als geplant erst im Februar war, soll in nicht einmal mehr einem Jahr alles fertig sein. „Ab August 2023 sollen in Heiligendorf die ersten Gäste aufgenommen werden können“, kündigte Vorsitzender Rainer Bogner vom Verein Hospizarbeit Region Wolfsburg an.

Neues Hospiz bekommt Familienzimmer für Kinder und Jugendliche

Michael Rex ist ehrenamtlich als Projektbeauftragter und Vorstandsmitglied in alle Baufragen eingebunden. „Wir haben intensiv geplant. An allen Stellen des Hauses haben wir versucht, das bestmögliche Hospiz umzusetzen“, berichtete er. In der Planung und Umsetzung konnten Erfahrungen aus dem Hospiz in der Eichendorffstraße berücksichtigt werden, ebenso wie neue Ideen: So wird es zum Beispiel integrierte Infektionsschleusen, Klimaanlagen im gesamten Gebäude sowie ein gut durchdachtes Lagerkonzept geben.

Anders als im ersten Wolfsburger Hospiz soll es der Neubau in ländlicher Umgebung dem Verein auch endlich ermöglichen, schwerstkranke Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Und zwar so, dass Familienangehörige sie nicht nur besuchen, sondern auch über Nacht bleiben können. Dafür sind zwei Familienzimmer mit Verbindungstür geplant. So könne eine Entlastung der Familien erreicht werden.

Im Heiligendorfer Hospiz entstehen zwölf Zimmer

Auf rund 1600 Quadratmetern wird das neue Hospiz über zwölf Zimmer verfügen. Im Erdgeschoss entsteht eine Wohndiele mit Essbereich, im Obergeschoss zwei Wintergärten und ein umlaufender Balkon. Wie im Innenstadt-Hospiz entsteht auch ein Raum der Stille. „Außerdem wird es einen Gruppenraum für Familienfeiern wie Hochzeiten, Sitzungen und andere Veranstaltungen geben“, sagte die Vize-Vereinsgeschäftsführerin Brigitte Werner. Ab Januar wird Dagmar Huhnholz vom Sozialdienst die Geschäftsführung unterstützen.

Dank frühzeitiger Preisfixierungen könne Bauträger Marco Moretti mit seinem Team von der Moretti Wohn- und Bauprojekte GmbH den Kostenrahmen einhalten, berichtete der Hospizverein. „Wir bauen dieses Hospiz mit höchstem Engagement. Wir liegen sehr gut im Zeitplan und hoffen, dass ab August 2023 der Betrieb aufgenommen werden kann“, so Moretti. Für die Umsetzung des Projekts hat der Wolfsburger Bauunternehmer regionale Betriebe und Baufirmen beauftragt, um die Identifikation mit dem neuen Hospizhaus zu fördern.

Hospizverein Region Wolfsburg benötigt insgesamt 8,1 Millionen Euro

Nach der Planungsphase von 2018 bis 2021 und dem finalen Beschluss der Mitgliederversammlung im Oktober 2021 waren die Bauarbeiten für das Hospiz im Februar gestartet, nachdem sich die Erschließung des Gebiets seitens der Stadt wiederholt verzögert hatte.

Nach Angaben des Hospizvereins zeigt ein reales Kostenbild von 2021 die Summe von 8,1 Millionen Euro für das Gesamtprojekt, das Bau, Einrichtung und Ausstattung umfasst. Der Spendenstand lag laut Verein am 8. September 2022 bei 1,1 Millionen Euro, inklusive 250.000 Euro Zuschuss von der Stadt Wolfsburg. Die übrige Summe von 7 Millionen Euro soll durch weitere Spenden und einen Kredit finanziert werden.

Spendenbedarf für zwei Hospize steigt auf 175.000 Euro im Jahr

Der Hospizverein weist darauf hin, dass sein regelmäßiger Spendenbedarf unabhängig von den Baukosten für das zweite Haus wächst, „da immer 5 Prozent aller Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden“. Diese müsse der Verein stets aus Spenden aufbringen.

Mit dann zwei Hospizen erwartet er nur für die beiden Häuser einen Spendenbedarf von 175.000 Euro pro Jahr. Zusätzlich müssen laut Verein Zuwendungen zur Finanzierung von Trostinsel, Trauerarbeit und ehrenamtlichen Tätigkeiten eingeworben werden.

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Hospizverein sucht schon haupt- und ehrenamtliches Personal

Aufgrund des zweiten Wolfsburger Hospizhauses ist die Personalsuche des Hospizvereins in vollem Gange, es soll ein gemeinsames Personalteam für beide Häuser geben. Interessierte, die haupt- oder ehrenamtlich mitarbeiten und sich engagieren möchten, sind eingeladen, Kontakt aufzunehmen und das Hospiz in der Eichendorffstraße zu besuchen. Anmeldungen per E-Mail an info@hospiz-wolfsburg.de.

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