Wurfspiel Kubb wird immer beliebter

Lengede  Es erfordert viel Geschick, Konzentration und Wurfkraft.

Konzentriert wirft Bernhild Faßmann-Hanusch das runde Holz auf den eckigen Klotz.

Konzentriert wirft Bernhild Faßmann-Hanusch das runde Holz auf den eckigen Klotz.

Foto: Jörg Kleinert

Klaus Riedel federt locker in den Knien und zielt mit dem Holzstäbchen in der Hand auf die knöchelhohen Vierkanthölzer auf dem Rasen. Treffer! Das Stäbchen fegt gleich drei der sechs Kanthölzer in Seitenlage. Der Wismaraner klatscht sich mit seinem Teamkollegen Matthes Wiechmann aus Rostock ab. Beide bilden mit Simone Blaschke aus Bonn ein Team beim Kubb-Turnier – ein schwedisches Wurfspiel mit Holzklötzen – auf dem Sportplatz des SV Lengede.

Rund 50 Kubb-Spieler aus ganz Deutschland waren am Wochenende auf Einladung von Holger Meier angereist. Der Grund: Bereits zum vierten Mal trafen sich die Mitglieder des Deutschen Kubb-Bundes (DKubbB) zu ihrer Jahresversammlung im Sportheim des SV Lengede. Der DKubbB ist der Dachverband aller deutschen Kubbspieler und Kubb-Vereine. Und der Lengeder Holger Meier ist stellvertretender Bundesvorsitzender. Sein Namensvetter Jens Meier aus Pirmasens ist Bundesvorsitzender der „Wikingerschach“-Spieler. Wichtigster Beschluss des Tages: Der 5. Mai wird künftig jährlich internationaler Tag des Kubbs mit entsprechenden Veranstaltungen in Deutschland und zahlreichen Nachbarländern.

Im sportlichen Teil des Wochenendes kämpfen zwölf Teams mit Namen wie „2fel“, „9malklug“ oder „Endlich wind11rei“ um die – wie sollte es beim Kubb anders sein – hölzernen Pokale. Wer wollte, der durfte mitmachen. Einfach so, ohne Bedingung, ohne Mitgliedschaft. So wie Bernhild Faßmann-Hanusch, die über Holger Meier von dem Turnier erfahren hat. „Ich war einfach mal neugierig auf Kubb“, sagt die Lengederin. Und ihr Eindruck? „Einfach super.“

Der sportliche Ehrgeiz beim Kubb ist bei allen Teilnehmern da, das ist sicht- und hörbar. Allerdings nicht übertrieben. „Man geht immer fair mit der gegnerischen Mannschaft um“, sagt Klaus Riedel.

Die Stöckchenwerfer seien in Deutschland auf dem Vormarsch, erzählt Jens Meier. Das Spiel sei spannend, es erfordere ähnlich wie beim französischen Boule Geschick, Konzentration und Wurftechnik.

Die Kubb-Regeln sind unkompliziert. Eine Partei wirft in dem fünf mal acht Meter kleinen Spielfeld mit den Wurfstäben erst die gegnerischen Kubb-Vierkantklötze auf der Grundlinie um und zuletzt den auf der Mittellinie stehenden König. Ihre Regeln nehmen die Stöckchenwerfer untereinander sehr ernst, nur bei den halbwissenden Neueinsteigern drücken sie an diesem Tag beide Augen zu.

„Anfänger dürfen bei uns Fehler machen“, sagt Matthes Wiechmann. „Es bringt doch nichts, sie gleich mit dem Regelwerk zu überfrachten.“

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